Persenningreinigung

 

Persenninge reinigen & imprägnieren

Die RED GULL Persenning Reinigung besteht im Falle von Textilen Persenningen immer aus zwei Schritten:

  1. Persenninge reinigen
  2. Persenninge imprägnieren

Bei der Reinigung durchläuft eine Persenning zunächst, genau wie die Segel, ein Einweichprogramm in einem statischen Lösebad, ohne walken, bei ca. 30 Grad C um ein schrumpfen zu vermeiden. Danach wird die Persenning durch manuelle Spülung vom ersten Schmutz befreit. Im Anschluß zeigt sich ob weitere Schritte nötig sind.

Schimmel wird ausnahmslos mit Hilfe von Chlorlösungen behandelt. Der Vorteil bei dieser Behandlung ist, daß der Schimmel so durch Zellwand-Zestörung abgetötet wird.

RISKO: Ausbluten
Dennoch birgt die Behandlung von Schimmel auf Persenningen ein Risiko. Textile Persenninge werden fast immer aus Spinndüsen-Acrylaten gefertigt. Um die unterschiedlichsten Farben zu produzieren werden die Acrylate dabei mit Farbpigmentmischungen versetzt. Überschüssige Farbpigmente sollten in diesem Prozess abgewaschen werden. Wenn dieser Schritt in der Produktion des Tuches nicht sorgfältig ausgeführt wird, kommt es bei Behandlungen in der Schimmelbekämpfung zu sogenannten “Ausblutungen”. Dies ist nicht schädlich für die Persenning. Es beinflußt auch nicht die Aussenfarbe der Persenning, kann aber an der Innenseite der Persenning zu Farbveränderungen führen. Dies liegt an einer aufgesprühten Acrylschicht an der Innenseite der Persenning, die zur Dichte des Persenningtuches beiträgt. In ihr setzen sich die ausgebluteten Pigmente ab und kontrastieren zur äusseren Farbe. Dies kann homogen oder fleckig erfolgen. Die ausblutende Farbe ist dabei leider auch nicht vorhersehbar. In manchen uns berichteten Fällen bildet sich diese Ausblutung mit der Zeit zurück.

Auf die Qualität dieser produktionsseitigen Wäsche der Pigmente haben wir keinerlei Einfluß, noch können wir vorhersehen oder ahnen welche Tücher ausbluten werden. Daher können wir keinerlei Haftung auf die Farbveränderungen an der Innenseite von Persenningen übernehmen – bitte beachten!

Bei Nachforschung nach einer Möglichkeit Schimmel ohne das Risiko des Ausblutens zu entfernen, waren wir mit nahezu allen Herstellern von Persenningtüchern in Kontakt. Freundlicherweise wurde uns obige Information vom Qualitätsmanagement eines namhaften deutschen Herstellers von Persenningtüchern zur Verfügung gestellt. Ergebnis der Nachforschungen: Es gibt leider keine solche Möglichkeit für acrylat-gefertigte Persenninge!

Bei älteren Persenningen gilt zu beachten, daß diese oftmals mit einem Mischgarn aus Nylon und Baumwolle genäht wurden, um bei Feuchtigkeit durch ein Aufquellen des Baumwollanteils des Garns, die Nahtlöcher abzudichten. Die Unsinnigkeit dieser Methodik ist heute allseits bekannt, führt aber im Falle einer Schimmelbehandlung, durch die Zerstörung des Baumwollanteils, zu einer stark reduzierten Reißfestigkeit der Nähte. Solche Persenninge müssen unweigerlich nach der Behandlung nachgenäht werden.

Nach der Wäsche wird die Persenning getrocknet und im Anschluß imprägniert. Die RED GULL Imprägnierung erhielt dabei im Vergleichtest des Boote Magazins (Ausgabe 03/2011) Bestnoten in Wasserabweisung, Schmutzabweisung und Haltbarkeit.

Anders als als in maschinellen Wäschen mit Waschimprägnierung erhält dabei eine Persenning i.R. wieder neue Textile Spannung und fühlt sich wieder fest an. Dies gilt es beim Aufziehen der Persenning nach der Behandlung zu beachten!

Eine Persenning sollte nach Möglichkeit nicht bei Temperaturen unter 15 Grad C aufgezogen werden. Das Dehnverhalten des textilen Teils ist deutlich grösser als das der Fenster. Das Alter der Fenster spielt dabei keine Rolle, da Fenster jeden Alters bei niedrigen Temperaturen gleich Dehnungsarm und Fest werden. Dies führt fälschlicherweise zur Annahme die Persenning sei geschrumpft!

Muss die Persenning dennoch bei niedrigen Temperaturen aufgezogen werden, lohnt es sich diese vorher aufzuwärmen, z.B. in einer Sauna bei niedrigen Erwärmungstemperaturen: bis maximal 40 Grad C. Ohne Sauna empfiehlt es sich einen Föhn (kein Heißluftgebläse! Brandgefahr!) zur Hand zu haben, um die zu dehnenden Partien zu erwärmen. Auf keinen Fall überhitzen, weder Fenster noch Tuch, nur leicht anwärmen, anschließen langsam dehnen.